Teleskopschiebetor
Zwei oder drei ineinander laufende Segmente – die Lösung, wenn seitlich nicht genug Platz für ein normales Schiebetor ist.
Das Prinzip
Ein einfaches Schiebetor braucht seitlich mindestens die Durchfahrtsbreite als Freiraum. Bei 5 m Durchfahrt sind das 5,50 m Platz an der Seite – oft nicht vorhanden.
Beim Teleskopschiebetor besteht das Torblatt aus zwei oder drei Segmenten, die ineinander fahren. Beim Öffnen laufen sie mit unterschiedlicher Geschwindigkeit übereinander, sodass die benötigte Fläche auf etwa die Hälfte bis ein Drittel sinkt.
Faustregel für den Platzbedarf:
| Ausführung | Seitlicher Freiraum |
|---|---|
| Einfaches Schiebetor | ca. 100 % der Durchfahrt plus Zuschlag |
| Zweiteiliges Teleskoptor | ca. 55 % |
| Dreiteiliges Teleskoptor | ca. 40 % |
Zweiter Vorteil: Geschwindigkeit
Weil die Segmente parallel laufen, öffnet ein Teleskoptor bei gleicher Antriebsleistung deutlich schneller als ein einteiliges Tor gleicher Durchfahrtsbreite. Für Werkstore mit dichtem Verkehr und für Feuerwehrzufahrten ist das der eigentliche Grund für diese Bauart.
Technik und Aufwand
Die Segmente sind über eine Mitnehmerkonstruktion – Seile, Ketten oder Zahnriemen – gekoppelt, damit sie sich synchron bewegen. Daraus ergeben sich die Nachteile:
- Mehr bewegliche Teile als bei jedem anderen Tortyp: mehr Verschleißpunkte, aufwendigere Wartung
- Präzise Ausrichtung notwendig; verzieht sich ein Segment, verklemmt die Anlage
- Höherer Preis, oft der teuerste Tortyp
- Fundament entsprechend groß, bei freitragender Ausführung erheblich
Ausgeführt wird es meist bodengeführt auf Schienen, seltener freitragend. Bodengeführt bedeutet: Die Schienen müssen frei von Schnee, Laub und Kies bleiben – bei mehreren parallelen Schienen ein größerer Pflegeaufwand als beim einfachen Schiebetor.
Sicherheitstechnik
Wie bei jedem kraftbetätigten Tor sind Lichtschranken und Schließkantensicherung erforderlich. Beim Teleskoptor kommt hinzu:
- Quetschstellen zwischen den Segmenten – hier entstehen Scherstellen, die eigens gesichert werden müssen
- Abdeckungen im Bereich der Mitnehmer
- dokumentierte Prüfung, bei gewerblicher Nutzung mindestens jährlich
Wann es die richtige Wahl ist
- Wenn seitlich definitiv kein Platz für ein einteiliges Schiebetor ist
- Wenn eine hohe Öffnungsgeschwindigkeit gefordert ist
- Bei breiten Durchfahrten auf engen Betriebsgeländen
Ist genug Platz vorhanden, ist das freitragende Schiebetor die robustere und wartungsärmere Wahl.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: halbiert den seitlichen Platzbedarf, öffnet schnell, große Durchfahrten möglich.
Dagegen spricht: teuerste Bauart, viele Verschleißteile, empfindlich gegen Verzug, mehrere Bodenschienen zu pflegen, aufwendige Sicherheitstechnik.
Passt dazu
Schiebetor
Das Tor, das zur Seite fährt statt zu schwenken – die Lösung für Steigungen und knappe Einfahrten.
Freitragendes Schiebetor
Schiebetor ohne Bodenschiene: Das Torblatt schwebt über der Durchfahrt – kein Zufrieren, kein Laub, kein Hindernis.
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Schließkantensicherung
Druckempfindliche Profilleiste an der bewegten Torkante – stoppt den Antrieb, bevor etwas gequetscht wird.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Teleskopschiebetor bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.