Schiebetor
Das Tor, das zur Seite fährt statt zu schwenken – die Lösung für Steigungen und knappe Einfahrten.
Bodengeführt oder freitragend
Bodengeführtes Schiebetor: Das Tor läuft auf Rollen in einer im Boden verlegten Laufschiene. Die Konstruktion ist leichter und günstiger, weil die Last direkt in den Boden geht.
- Vorteil: geringeres Torgewicht, günstiger, große Breiten möglich
- Nachteil: Die Schiene muss schnee- und laubfrei bleiben. Im Winter ist das der Schwachpunkt. Bei Frost friert sie zu, bei Laub verstopft sie.
Freitragendes Schiebetor (Cantilever): Das Tor wird von Laufwagen im Fundament getragen und schwebt über der Durchfahrt – keine Schiene im Boden. Siehe eigenen Eintrag.
Platzbedarf: der Planungspunkt
Ein Schiebetor braucht seitlich neben der Durchfahrt Platz, mindestens die Durchfahrtsbreite plus Zuschlag. Bei einem 4 m breiten Tor sind das rund 4,50 m Freiraum – ohne Mauer, Hecke, Regenrohr oder Böschung.
Ist dieser Platz nicht vorhanden, kommen in Betracht:
- ein Teleskopschiebetor, das sich in zwei oder drei Segmente schachtelt
- ein zweiflügeliges Drehtor
- ein Tor, das zur anderen Seite läuft
Dieser Punkt entscheidet sich vor der Bestellung. Nachträglich lässt sich kein Platz schaffen.
Warum Schiebetore bei Steigungen gewinnen
Ein Drehtorflügel bewegt sich im Bogen und schleift bei ansteigender Einfahrt am Boden. Ein Schiebetor bewegt sich parallel zum Gelände – die Bodenfreiheit bleibt über den ganzen Weg gleich. An steilen Einfahrten ist es deshalb oft die einzige praktikable Lösung.
Ausführung
- Laufschiene in Beton verlegen, mit Gefälle zur Entwässerung, damit kein Wasser steht
- Führungsrollen am Endpfosten halten das Tor senkrecht
- Endanschläge und Auflaufschutz gehören dazu
- bei automatisierten Toren Lichtschranken und Schließkantensicherung – der Quetschbereich zwischen Torkante und Pfosten ist die Hauptgefahr
Antrieb
Schiebetorantriebe arbeiten über ein Zahnstangengetriebe am Torblatt oder über einen Zahnriemen. Sie sind robust und in der Automatisierung unkomplizierter als Drehtorantriebe, weil nur eine Bewegungsrichtung zu steuern ist.
Zur Anlage gehören Endschalter, eine Steuerung, Funkempfänger und die Sicherheitstechnik. Bei gewerblicher Nutzung ist eine regelmäßige Prüfung erforderlich.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: kein Schwenkraum nötig, funktioniert an Steigungen, windstabil, große Breiten möglich, robuste Automatisierung.
Dagegen spricht: seitlicher Platzbedarf, Laufschiene muss freigehalten werden, höherer Preis als Drehtor, aufwendigeres Fundament.
Passt dazu
Freitragendes Schiebetor
Schiebetor ohne Bodenschiene: Das Torblatt schwebt über der Durchfahrt – kein Zufrieren, kein Laub, kein Hindernis.
Drehtor
Das klassische Flügeltor an Bändern – einfach, günstig und immer dann richtig, wenn Platz zum Aufschwenken da ist.
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Torpfosten
Kein starker Zaunpfosten, sondern ein eigenes Bauteil – er trägt das Kippmoment eines Torflügels.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Schiebetor bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.