Freitragendes Schiebetor
Schiebetor ohne Bodenschiene: Das Torblatt schwebt über der Durchfahrt – kein Zufrieren, kein Laub, kein Hindernis.
Das Prinzip
Beim freitragenden Schiebetor liegt das Torblatt nicht auf einer Schiene, sondern wird von zwei Laufwagen getragen, die in einem Fundament neben der Durchfahrt verankert sind. Das Torblatt läuft in einer unten angeschweißten Laufschiene über diese Rollen und kragt beim Öffnen frei über die Durchfahrt.
Damit das funktioniert, braucht das Tor eine Gegengewichtsverlängerung: Der Teil hinter den Laufwagen wirkt als Hebelarm. Als Orientierung liegt die Gesamtlänge des Torblatts bei etwa 130 bis 150 Prozent der Durchfahrtsbreite – bei 4 m Durchfahrt also rund 5,50 bis 6 m Torblattlänge. Dieser Platz muss seitlich vorhanden sein.
Der Vorteil, der alles entscheidet
Es gibt keine Schiene im Boden. Damit fallen die typischen Probleme des bodengeführten Schiebetors weg:
- kein Zufrieren im Winter
- kein Verstopfen durch Laub, Kies oder Schnee
- keine Stolperkante in der Durchfahrt
- kein Hindernis für Rollstühle, Rollatoren und Handwagen
- Durchfahrt bleibt vollständig frei befahrbar
Für Betriebe mit ganzjährigem Verkehr und für Anlagen, an denen Barrierefreiheit gefordert ist, ist das der ausschlaggebende Punkt.
Fundament
Hier liegt der Aufwand. Die gesamte Torlast und das Kippmoment aus dem Kragarm gehen über die Laufwagen in ein einziges Fundament. Es ist entsprechend groß, bewehrt und frostfrei auszuführen – bei mittleren Toren oft mehrere Kubikmeter Beton, bei großen Anlagen nach statischer Vorgabe des Herstellers.
Wichtig:
- Fundamentmaße nach Herstellerangabe für die konkrete Torgröße, nicht nach Erfahrungswert
- Leerrohre für Antrieb, Steuerung, Lichtschranken und Beleuchtung vorher einlegen
- tragfähiger Untergrund; auf Auffüllung ohne Verdichtung setzt sich das Fundament und das Tor läuft nicht mehr rund
Nacharbeiten am Fundament bedeuten Aufbruch der Einfahrt. Dieser Punkt ist der Grund, warum die Planung vor dem Pflastern erfolgen muss.
Sicherheitstechnik
Freitragende Tore sind schwer und bewegen sich mit erheblicher Energie. Bei kraftbetätigtem Betrieb gehören dazu:
- Schließkantensicherung an der vorderen Torkante
- Lichtschranken in der Durchfahrt, meist zwei Ebenen
- Quetschschutz im Bereich der Laufwagen und der Gegengewichtsseite
- Warnleuchte und, bei gewerblicher Nutzung, dokumentierte Prüfung
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: freie, ebene Durchfahrt, wintersicher, wartungsarm, barrierefrei, langlebig.
Dagegen spricht: höchster Preis unter den Tortypen, großes Fundament, mehr seitlicher Platzbedarf als beim bodengeführten Tor, aufwendige Planung.
Passt dazu
Schiebetor
Das Tor, das zur Seite fährt statt zu schwenken – die Lösung für Steigungen und knappe Einfahrten.
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Punktfundament
Ein Betonklotz je Pfosten – die Standardverankerung im Zaunbau. Frostfrei und groß genug sind die zwei Bedingungen.
Schließkantensicherung
Druckempfindliche Profilleiste an der bewegten Torkante – stoppt den Antrieb, bevor etwas gequetscht wird.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Freitragendes Schiebetor bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.