Drehtor
Das klassische Flügeltor an Bändern – einfach, günstig und immer dann richtig, wenn Platz zum Aufschwenken da ist.
Bauformen
- Einflügelig: ein Flügel über die ganze Durchfahrt. Bis etwa 1,50 m unproblematisch, darüber wird der Flügel schwer und belastet den Pfosten stark.
- Zweiflügelig: zwei Flügel, meist gleich geteilt. Ab 2,50 m Durchfahrt die Standardlösung, weil jeder Flügel kürzer und leichter ist.
- Asymmetrisch geteilt: ein Gehflügel und ein größerer Fahrflügel. Praktisch, wenn man oft zu Fuß durchgeht und nicht das ganze Tor öffnen will.
Der Pfosten ist das kritische Bauteil
Ein Drehtorflügel hängt einseitig. Die Last wirkt als Hebel auf den Pfosten – je länger und schwerer der Flügel, desto größer das Kippmoment. Deshalb sind Torpfosten grundsätzlich stärker als Zaunpfosten und brauchen größere Fundamente.
Faustregel für die Praxis: Das Fundament eines Torpfostens ist deutlich größer als das eines Zaunpfostens – bei größeren Toren nicht selten 40 × 40 × 100 cm und mehr, frostfrei und bewehrt. Wer hier spart, bekommt ein Tor, das nach einem Jahr schleift und nicht mehr schließt.
Öffnungsrichtung und Platzbedarf
Ein Drehtor braucht Schwenkraum. Zwei Punkte klären sich am besten vorher:
- Nach innen oder außen? Nach innen ist die Regel. Tore, die auf den öffentlichen Verkehrsraum aufschlagen, sind vielerorts nicht zulässig und immer gefährlich.
- Steigung. An einer ansteigenden Einfahrt schleift ein nach innen öffnender Flügel am Boden. Lösungen: Flügel mit größerer Bodenfreiheit, nach außen öffnen (wo zulässig), unterer Flügelrand schräg angepasst, oder ein Schiebetor.
Bodenfreiheit und Anschläge
Zur Ausführung gehören:
- Bodenfreiheit von 5 bis 10 cm, damit Schnee, Laub und Unebenheiten nicht blockieren
- ein Anschlag für den geschlossenen Zustand, damit die Flügel nicht durchschlagen
- bei zweiflügeligen Toren ein Bodenriegel oder Fallriegel, der den Standflügel fixiert
- Endanschläge für den offenen Zustand, sonst schlägt der Flügel bei Wind gegen den Zaun
Antrieb
Drehtore lassen sich mit Drehtorantrieben automatisieren:
- Linearantrieb (Spindel): außen am Pfosten, günstig, sichtbar
- Knickarmantrieb: verzeiht große Pfostenmaße, kräftig
- Unterflurantrieb: unsichtbar im Boden, aufwendig und teuer, braucht Drainage
Jedes kraftbetätigte Tor unterliegt Sicherheitsanforderungen – siehe Torsicherheit und Schließkantensicherung. Nachträgliche Automatisierung eines alten Tores ist möglich, verlangt aber die gleiche sicherheitstechnische Betrachtung wie eine Neuanlage.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: einfachste Bauart, günstigste Automatisierung, keine Laufschiene und kein seitlicher Platzbedarf, wartungsarm.
Dagegen spricht: braucht Schwenkraum, problematisch an Steigungen, große Flügel belasten die Pfosten stark, bei Wind unruhig.
Passt dazu
Schiebetor
Das Tor, das zur Seite fährt statt zu schwenken – die Lösung für Steigungen und knappe Einfahrten.
Torpfosten
Kein starker Zaunpfosten, sondern ein eigenes Bauteil – er trägt das Kippmoment eines Torflügels.
Torband
Das Scharnier, an dem ein Tor hängt – und das Bauteil, das man nach dem ersten Winter nachstellt.
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Drehtor bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.