Torpfosten

Kein starker Zaunpfosten, sondern ein eigenes Bauteil – er trägt das Kippmoment eines Torflügels.

Warum ein eigenes Bauteil

Ein Zaunpfosten nimmt Windlast auf – eine Kraft, die gleichmäßig auf die Fläche wirkt und in beiden Richtungen wechselt. Ein Torpfosten trägt dagegen einen einseitig hängenden Flügel. Dessen Gewicht wirkt als dauerhaftes Kippmoment in eine Richtung, dazu kommen Stöße beim Öffnen, Windschlag und bei Automatisierung die Antriebskräfte.

Deshalb ist der Torpfosten dicker im Profil, stärker in der Wandung und deutlich tiefer fundamentiert. Wer für ein Tor den Zaunpfosten des Systems verwendet, bekommt innerhalb eines Jahres ein Tor, das schleift und nicht mehr schließt – und der Fehler lässt sich nur durch Neusetzen des Fundaments beheben.

Dimensionierung

Als Orientierung, maßgeblich sind immer die Herstellerangaben zum konkreten Tor:

Flügelbreite Profil Fundament (B × T × H)
bis 1,25 m (Gehtür) 80 × 80 mm 40 × 40 × 80 cm
1,50–2,00 m 100 × 100 mm 40 × 40 × 100 cm
2,00–3,00 m 120 × 120 mm 50 × 50 × 120 cm
über 3,00 m oder mit Antrieb 150 × 150 mm und mehr nach statischer Vorgabe

Zwei Faktoren erhöhen die Anforderung zusätzlich: eine geschlossene Füllung (Windlast) und ein Antrieb (Beschleunigungskräfte, häufige Lastwechsel).

Anschlagpfosten

Zu jedem Drehtor gehören zwei Pfosten: der Bandpfosten, an dem der Flügel hängt, und der Anschlagpfosten, gegen den er schließt. Der Anschlagpfosten trägt kein Gewicht, nimmt aber die Schließkräfte auf – und bei automatisierten Toren die Kraft des Antriebs beim Anpressen.

Er wird meist im gleichen Profil ausgeführt, damit die Anlage optisch stimmt, und braucht ebenfalls ein tragfähiges Fundament.

Ausführung

  • Verstärkung im Bandbereich: Ein Zwischenblech oder eine eingeschweißte Platte verhindert, dass die Bandschraube das Rohr eindrückt.
  • Höhenverstellbare Bänder vorsehen – nach dem ersten Winter muss fast jedes Tor nachjustiert werden.
  • Pfostenkappe aufsetzen, Wasser darf nicht ins Profil.
  • Leerrohr in den Bandpfosten einlegen, wenn später ein Antrieb, ein Motorschloss oder eine Beleuchtung kommen soll.
  • Endanschläge für den geöffneten Flügel setzen, sonst schlägt er bei Wind gegen den Zaun.

Bei Mauerpfeilern

Wird das Tor an einen gemauerten Pfeiler gehängt, muss die Befestigung in den tragenden Kern greifen, nicht in die Verblendung. Üblich sind eingemörtelte Ankerplatten oder ein im Pfeiler stehender Stahlpfosten, an dem die Bänder sitzen. Dübel in Klinkerverblendung tragen ein Tor nicht – auch wenn es zunächst hält.

Vorteile und Grenzen

Dafür spricht: richtig dimensioniert trägt er das Tor über Jahrzehnte, verzinkt und beschichtet wartungsfrei, systemgebunden passend.

Dagegen spricht: großes Fundament, hoher Erdaushub, kein Nachjustieren des Fundaments möglich, unterschätzte Kostenposition in der Planung.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Torpfosten bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

Beratung anfragen

Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.