Weidezaun
Zaun für Tiere: Was ihn ausmacht, ist nicht die Sperre, sondern der Respekt, den er beim Tier erzeugt.
Was ein Weidezaun leisten muss
Anders als eine Grundstückseinfriedung soll ein Weidezaun kein Hindernis sein, das ein Tier nicht überwinden könnte – die meisten Nutztiere könnten. Er soll eine Grenze markieren, die das Tier respektiert. Deshalb spielen Sichtbarkeit und, beim Elektrozaun, das Lernverhalten eine größere Rolle als die mechanische Festigkeit.
Gleichzeitig muss er verletzungssicher sein. Ein Zaun, an dem sich ein Pferd verfängt, ist ein Tierschutzproblem und ein wirtschaftlicher Schaden.
Höhen und Ausführung je Tierart
| Tierart | Höhe | Bewährte Ausführung |
|---|---|---|
| Pferde | 1,40–1,60 m | Holzlatten oder breite Litze, gut sichtbar |
| Rinder | 1,10–1,30 m | zwei bis drei Litzen oder Knotengeflecht |
| Schafe | 0,90–1,10 m | engmaschiges Knotengeflecht, Maschen unten dicht |
| Ziegen | 1,20 m | engmaschig, sehr stabil, Ziegen prüfen jeden Zaun |
| Geflügel | 1,50–2,00 m | Volierendraht, unten eingegraben oder umgelegt |
Stacheldraht ist bei Pferden nicht zu verwenden. Die Verletzungsgefahr an Hals und Beinen ist erheblich. Für Pferde gelten breite, sichtbare Litzen, Holzlatten oder speziell geknotete Pferdezaungeflechte als geeignet.
Elektrozaun
Ein Elektrozaun wirkt über einen kurzen, ungefährlichen Stromimpuls. Damit er funktioniert, müssen drei Dinge stimmen:
- Erdung. Der Stromkreis schließt sich über das Tier und den Boden. Zu kurze oder zu wenige Erdstäbe sind die häufigste Fehlerquelle – bei trockenem, sandigem Boden braucht es mehr.
- Isolation. Litzen dürfen keinen Kontakt zu Pfosten, Bewuchs oder Metall haben. Aufwachsendes Gras zieht Spannung ab; regelmäßiges Freischneiden gehört zur Pflege.
- Spannung prüfen. Ein Zaungerät mit Anzeige oder ein Prüfgerät gehört zur Grundausstattung. Ein Zaun, der keine Spannung führt, erzieht das Tier zum Gegenteil.
Zäune an öffentlich zugänglichen Wegen müssen mit Warnschildern gekennzeichnet werden. Für die technischen Anforderungen an Weidezaungeräte gelten eigene Produktnormen; im Handel erhältliche Geräte mit Prüfzeichen erfüllen sie.
Pfosten und Ecken
Wie beim Maschendrahtzaun nehmen Eck- und Endpfosten die gesamte Zugkraft auf und brauchen Streben. Für Holzpfosten in der Weide eignen sich Robinie, Eiche oder kesseldruckimprägnierte Kiefer – Fichte ist im Erdkontakt nach wenigen Jahren morsch.
Zwischenpfosten aus Kunststoff oder Fiberglas sind bei Litzenzäunen praktisch, ersetzen aber keine tragenden Eckpfosten.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: wirtschaftlich auf großen Längen, flexibel bei Flächenwechsel, am Hang problemlos, mobile Varianten möglich.
Dagegen spricht: regelmäßige Kontrolle nötig, Elektrozaun nur mit Wartung wirksam, kein Schutz gegen Menschen, Verletzungsgefahr bei falscher Materialwahl.
Passt dazu
Maschendrahtzaun
Der Klassiker aus geflochtenem Draht: preiswert, flexibel im Gelände und die einzige Bauart, die man aufrollen kann.
Hundezaun
Ein Zaun, der Hunde hält, scheitert selten oben – sondern unten, an der Lücke zum Boden.
Zaunpfosten
Das Bauteil, das über Stand und Standzeit entscheidet – am Pfosten scheitert ein Zaun, nicht am Feld.
Palisadenzaun
Senkrechte Rundhölzer oder Betonelemente dicht an dicht – massiv, erdnah belastbar und oft als Hangbefestigung im Einsatz.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Weidezaun bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.