Palisadenzaun
Senkrechte Rundhölzer oder Betonelemente dicht an dicht – massiv, erdnah belastbar und oft als Hangbefestigung im Einsatz.
Was Palisaden ausmacht
Palisaden sind senkrechte, massive Einzelelemente, die eng aneinander stehen. Anders als beim Staketenzaun tragen sie nicht auf waagerechten Riegeln, sondern stehen jedes für sich im Boden oder in einem Betonriegel. Daraus ergeben sich zwei Eigenschaften: Die Wand ist sehr widerstandsfähig, und sie kann Erddruck aufnehmen.
Genau deshalb sieht man Palisaden häufig nicht als Zaun, sondern als Hangbefestigung oder Einfassung von Hochbeeten und Rampen.
Materialien
- Robinie: die dauerhafteste einheimische Holzart, auch im Erdkontakt sehr beständig, ohne chemischen Schutz. Wächst krumm, deshalb optisch unregelmäßig.
- Kiefer kesseldruckimprägniert: günstig, gleichmäßig gefräst, im Erdkontakt nur mit intakter Imprägnierung dauerhaft.
- Eiche: sehr dauerhaft, schwer, teuer.
- Beton: wartungsfrei, hohe Standzeit, hohes Gewicht, kalte Optik – im Landschaftsbau als Rasenkante und Hangstütze verbreitet.
Für Holzpalisaden im Boden gilt: Sie sind der einzige Fall, in dem Erdkontakt unvermeidlich ist. Umso wichtiger ist die Holzart. Fichte hat hier nichts zu suchen.
Einbau
Die Einbindetiefe entscheidet über die Standfestigkeit. Als Orientierung:
| Sichtbare Höhe | Einbindetiefe | Ausführung |
|---|---|---|
| bis 40 cm | ca. 30 cm | verdichtetes Schotterbett |
| 40–80 cm | ca. 40–50 cm | Betonriegel oder Magerbeton |
| über 80 cm | mindestens ein Drittel der Gesamtlänge | Betonfundament, bei Erddruck statisch bemessen |
Bei Palisaden mit Erddruck – also überall dort, wo auf einer Seite Boden ansteht – ist zusätzlich eine Drainage hinter der Wand nötig. Staunässe erhöht den Druck erheblich und ist die häufigste Ursache dafür, dass Palisadenwände sich mit den Jahren neigen.
Optik
Palisaden wirken massiv und handwerklich. Rundhölzer mit unterschiedlichen Höhen ergeben eine wellenförmige Oberkante, gleich abgelängte Elemente eine strenge Linie. Die Kappflächen sollten angeschrägt sein, damit Wasser abläuft.
Als reine Grundstückseinfriedung über lange Strecken ist die Bauart selten die erste Wahl – sie ist aufwendig und teuer je laufendem Meter. Ihre Stärke liegt in kurzen, funktionalen Abschnitten: Hangkante, Sichtschutz am Sitzplatz, Einfassung.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: sehr robust, nimmt Erddruck auf, blickdicht, natürliche und handwerkliche Wirkung, bei Robinie ohne Chemie dauerhaft.
Dagegen spricht: hoher Material- und Montageaufwand, Erdkontakt begrenzt die Lebensdauer bei ungeeigneten Holzarten, schwer, bei Betonpalisaden kühle Optik.
Passt dazu
Staketenzaun
Senkrechte Latten in gleichmäßigem Abstand an waagerechten Riegeln – der ruhigste und langlebigste unter den Holzzäunen.
Holzzaun
Sammelbegriff für alle Zäune aus Holz – vom Staketenzaun bis zur Lamellenwand. Entscheidend sind Holzart und konstruktiver Schutz.
Betonzaun
Vorgefertigte Platten in Nutpfosten – wartungsfrei, massiv und die günstigste Möglichkeit, eine echte Wand zu bauen.
Streifenfundament
Durchgehender Betonstreifen unter der ganzen Zaunlinie – nötig, wenn Punktfundamente die Last nicht mehr aufnehmen.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Palisadenzaun bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.