Zaunpfosten
Das Bauteil, das über Stand und Standzeit entscheidet – am Pfosten scheitert ein Zaun, nicht am Feld.
Profilformen
- Rechteckrohr (z. B. 60 × 40 mm): der Standard für Doppelstabmatten mit Klemmhaltern. Gute Steifigkeit in der belasteten Richtung.
- Quadratrohr (60 × 60 bis 100 × 100 mm): für Tore, Ecken und hohe Zäune.
- Durchsteckpfosten mit Langlöchern: Die Mattenstäbe werden hindurchgeführt, außen ist keine Schraube zugänglich – die aufbruchsicherste Variante.
- U- und T-Profil: günstige Ausführung für niedrige Zäune und Maschendraht.
- Rundrohr: klassisch beim Maschendrahtzaun, mit Spanndrahthalterungen.
Abstände
Der Pfostenabstand ergibt sich aus dem Feldmaß, nicht aus dem Gefühl. Bei Doppelstabmatten liegt er systembedingt bei etwa 2,50 m, bei Maschendraht zwischen 2 und 3 m, bei Lamellenzäunen nach Herstellerangabe – dort oft deutlich geringer, weil die Windfläche größer ist.
Wichtig: Herstellerangaben gelten für die jeweilige Höhe. Ein Abstand, der bei 1,20 m zulässig ist, kann bei 1,80 m zu weit sein.
Ecken, Enden und Zugkräfte
- Bei Mattenzäunen nehmen Pfosten nur Wind- und Punktlasten auf; Eck- und Endpfosten sind meist gleich stark wie Zwischenpfosten, brauchen aber größere Fundamente.
- Bei Maschendraht wirkt zusätzlich die Spannkraft des Geflechts. Eckpfosten brauchen zwei Streben, Endpfosten eine. Ohne Strebe zieht die Spannung den Pfosten schief – zuverlässig und irreversibel.
- Torpfosten tragen das Kippmoment eines Flügels und sind deshalb ein eigenes Bauteil, siehe Torpfosten.
Pfostenkappen
Ein offenes Hohlprofil ist ein Wasserbehälter. Eindringendes Regenwasser friert im Winter, weitet das Profil und sprengt die Beschichtung. Deshalb gehört auf jeden Pfosten eine Kappe – aus Kunststoff oder, dauerhafter, aus verschweißtem Blech.
Bei verschweißten Kappen ist eine kleine Entwässerungsöffnung an der Unterseite sinnvoll, damit Kondensat abläuft.
Verankerung
| Verfahren | Geeignet für |
|---|---|
| Punktfundament in Beton | Standard, alle Höhen, Pflicht bei Sichtschutz und Toren |
| Einschlagbodenhülse | niedrige Zäune bis etwa 1,20 m auf tragfähigem Boden |
| Aufschraubplatte | Montage auf Beton, Mauer, Terrasse |
| Einbetonieren mit Fußplatte | wenn nachträglich justiert werden muss |
Für Holzpfosten gilt zusätzlich: niemals direkt einbetonieren. Pfostenträger oder Hülse mit Luftspalt verwenden.
Höhe richtig bestellen
Ein häufiger Fehler: Pfosten in Zaunhöhe kaufen. Die Pfostenlänge muss die Einbindetiefe enthalten – bei einem 1,80 m hohen Zaun mit 80 cm Fundament also 2,60 m Gesamtlänge. Systemhersteller geben die passende Länge zur Zaunhöhe an; bei Einzelbestellung ist das nachzurechnen.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: systemgebundene Pfosten passen exakt, verzinkt und beschichtet sehr langlebig, viele Verankerungsarten.
Dagegen spricht: Fehler am Pfosten sind teuer zu korrigieren, Kürzen verletzt den Korrosionsschutz, Fundamentaufwand wird regelmäßig unterschätzt.
Passt dazu
Punktfundament
Ein Betonklotz je Pfosten – die Standardverankerung im Zaunbau. Frostfrei und groß genug sind die zwei Bedingungen.
Torpfosten
Kein starker Zaunpfosten, sondern ein eigenes Bauteil – er trägt das Kippmoment eines Torflügels.
Klemmhalter
Kleines Formteil, das die Zaunmatte am Pfosten hält – und über Aufbruchsicherheit und Optik entscheidet.
Einschlagbodenhülse
Stahlhülse mit Spitze, die in den Boden geschlagen wird – schnell und ohne Beton, aber nur für leichte Zäune.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Zaunpfosten bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.