Maschendrahtzaun

Der Klassiker aus geflochtenem Draht: preiswert, flexibel im Gelände und die einzige Bauart, die man aufrollen kann.

Was ihn ausmacht

Der Maschendrahtzaun besteht aus geflochtenem Draht in Rautenform, geliefert auf Rollen von meist 25 m. Weil er in beiden Richtungen nachgibt, ist er die einzige Zaunbauart, die einem unregelmäßigen Geländeverlauf ohne Sonderteile folgt – am Hang, um Kurven, über Wurzelanhebungen hinweg.

Diese Nachgiebigkeit ist gleichzeitig seine Schwäche: Ohne straffe Spannung hängt er durch und wirkt unordentlich. Die Qualität eines Maschendrahtzauns entscheidet sich weniger am Geflecht als an der Spannkonstruktion.

Drahtstärke und Maschenweite

Merkmal Leichte Ausführung Robuste Ausführung
Drahtstärke 1,6–2,0 mm 2,5–3,1 mm
Maschenweite 50–60 mm 40–50 mm
Einsatz Gartenabgrenzung Gewerbe, Wild, Hunde
Nachspannen häufiger nötig selten nötig

Enge Maschen von 40 mm halten Kleintiere besser zurück und lassen sich schlechter als Trittfläche nutzen. Weite Maschen sind günstiger und optisch leichter.

Die Spannkonstruktion

Ein Maschendrahtzaun funktioniert nur als System:

  • Zwischenpfosten tragen das Geflecht, im Abstand von 2 bis 3 m.
  • Eckpfosten und Endpfosten nehmen die gesamte Zugkraft auf und brauchen Streben – zwei bei Eckpfosten, eine bei Endpfosten. Ohne Strebe zieht die Spannung den Pfosten schief, und zwar mit Sicherheit.
  • Spanndrähte laufen oben, unten und bei höheren Zäunen zusätzlich in der Mitte durch das Geflecht und werden mit Spannschlössern gestrafft.
  • Drahtspanner und Bindedraht verbinden Geflecht und Spanndraht mit den Pfosten.

Wer an Streben spart, spart am falschen Ende. Ein schief gezogener Eckpfosten lässt sich nur durch Neusetzen des Fundaments korrigieren.

Am Hang und im Gelände

Hier spielt der Maschendraht seine Stärke aus: Das Geflecht folgt der Neigung, ohne dass Sonderteile nötig sind. Am Boden bleibt keine dreieckige Lücke wie bei abgetreppten Mattenzäunen.

Bei starkem Gefälle empfiehlt sich ein zusätzlicher unterer Spanndraht, damit das Geflecht nicht hochgedrückt werden kann – bei Grundstücken mit Hunden oder in Wildwechselgebieten ist das Pflicht.

Pflege und typische Schäden

  • Durchhängen nach einigen Jahren: Spanndrähte nachziehen, das genügt meist.
  • Rost an Schnittkanten und an der Wickelung: mit Zinkfarbe nachbehandeln.
  • Ausgerissene Bindungen nach Wind- oder Schneelast: Bindedraht ersetzen.
  • Bewuchs: Efeu und Waldrebe belasten das Geflecht erheblich und erhöhen die Windlast. Regelmäßig zurücknehmen.

Vorteile und Grenzen

Dafür spricht: günstigster Zaun je laufender Meter, folgt jedem Gelände, unauffällige Optik, hinter einer Hecke praktisch unsichtbar.

Dagegen spricht: kein Sichtschutz, geringe mechanische Sicherheit, Nachspannen gehört zum Unterhalt, wirkt ohne Bepflanzung provisorisch.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Maschendrahtzaun bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

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Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.