Induktionsschleife
Ein Draht im Boden, der Metall erkennt – die Sicherung, die verhindert, dass eine Schranke auf ein Auto fällt.
Funktionsprinzip
Eine Induktionsschleife ist eine Drahtwindung, die in den Fahrbahnbelag eingelegt wird. Durch sie fließt ein Wechselstrom, der ein Magnetfeld erzeugt. Fährt ein Fahrzeug darüber, verändert die Metallmasse die Induktivität der Schleife. Der Detektor erkennt diese Änderung und gibt ein Signal an die Steuerung.
Wichtig: Die Schleife erkennt Metall, nicht Gewicht und nicht Menschen. Ein Fußgänger, ein Kinderwagen oder ein Fahrrad aus Carbon löst sie nicht aus.
Zwei Aufgaben, zwei Schleifen
| Typ | Lage | Funktion |
|---|---|---|
| Sicherungsschleife | direkt unter dem Schrankenbaum oder in der Torbewegung | verhindert das Schließen, solange ein Fahrzeug darüber steht. Sicherheitsrelevant. |
| Anforderungsschleife | vor der Anlage | löst das Öffnen aus, wenn ein Fahrzeug ankommt |
| Ausfahrtsschleife | hinter der Anlage | öffnet für die Ausfahrt oder schließt nach dem Passieren |
Die Sicherungsschleife ist die wichtigste Komponente einer Schrankenanlage. Ohne sie kann der Baum auf ein wartendes Fahrzeug fallen. Sie ersetzt aber keine Lichtschranke, weil sie Personen nicht erkennt – beide gehören zusammen.
Verlegung
- Schlitz in den Belag fräsen, meist 5 bis 8 mm breit, mehrere Zentimeter tief
- Draht in der vorgegebenen Windungszahl einlegen, Kreuzungen vermeiden
- Zuleitung verdrillt zum Detektor führen, sonst entstehen Fehlsignale
- Schlitz mit dauerelastischer Masse verschließen
- Abstand zu Bewehrungsstahl und anderen Schleifen einhalten
Der kritische Punkt ist der Zeitpunkt: Die Schleife gehört beim Bau der Fahrbahn eingelegt oder unmittelbar danach gefräst. Nachträglich in fertiges Pflaster zu fräsen ist möglich, aber sichtbar und dauerhaft eine Schwachstelle.
Typische Störungen
- Risse im Belag über der Schleife: Wasser dringt ein, der Draht korrodiert – die häufigste Ausfallursache
- Bewehrung oder Metallteile zu nah: dauerhafte Fehlauslösung
- Zwei Schleifen zu dicht beieinander: gegenseitige Beeinflussung, Detektoren mit unterschiedlichen Frequenzen einstellen
- Zu große Schleife: unempfindlich für kleine Fahrzeuge und Motorräder
- Setzungen im Untergrund reißen den Draht
Ein Ausfall zeigt sich meist als Anlage, die grundlos offen bleibt oder nicht öffnet.
Alternativen
- Radarsensoren – oberflächlich montiert, kein Eingriff in die Fahrbahn, erkennen auch Personen. Zunehmend Standard bei Neuanlagen.
- Lichtschranken – erkennen alles, was den Strahl bricht, aber nur in einer Ebene
- Magnetfeldsensoren in Bohrlöchern – geringerer Eingriff als eine Schleife
Bei Nachrüstungen in fertige Flächen ist Radar meist die wirtschaftlichere Lösung.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: robust, unempfindlich gegen Wetter und Verschmutzung, unsichtbar, bewährt und günstig im Material.
Dagegen spricht: erkennt nur Metall, keine Personen; Eingriff in die Fahrbahn; bei Rissen und Setzungen Ausfall; nachträglicher Einbau sichtbar.
Passt dazu
Schranke
Sperrt die Durchfahrt, nicht das Gelände – schnell, platzsparend und die wirtschaftlichste Zufahrtskontrolle.
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Lichtschranke
Unsichtbarer Lichtstrahl quer durch die Durchfahrt – erkennt, dass jemand im Weg steht, ohne ihn zu berühren.
Zutrittskontrolle
Wer darf wann durch welches Tor – technisch geregelt statt über Schlüssel, die niemand zurückgibt.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Induktionsschleife bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.