Schranke
Sperrt die Durchfahrt, nicht das Gelände – schnell, platzsparend und die wirtschaftlichste Zufahrtskontrolle.
Wofür eine Schranke taugt
Eine Schranke regelt Durchfahrt, nicht Zutritt. Sie hält Fahrzeuge auf, während Personen daneben vorbeigehen. Wo das genügt – Parkplätze, Werkszufahrten, Wirtschaftswege, Wohnanlagen – ist sie die schnellste und wirtschaftlichste Lösung.
Wo auch Personen kontrolliert werden sollen, braucht es zusätzlich ein Tor, ein Drehkreuz oder eine Personenschleuse.
Öffnungszeit als Auswahlkriterium
Der entscheidende Unterschied zwischen Geräteklassen ist die Öffnungszeit – bei kurzen Bäumen unter zwei Sekunden, bei langen Bäumen mehrere Sekunden.
- Hochfrequenzbetrieb (Parkhaus, Werkstor mit Schichtwechsel): schnelle Antriebe mit hoher Zyklenzahl. Ein Gerät für gelegentliche Nutzung geht hier binnen Monaten kaputt.
- Gelegentliche Nutzung (Wirtschaftsweg, Wohnanlage): einfache Antriebe genügen.
Bei der Auswahl ist die erwartete Zyklenzahl pro Tag die wichtigste Angabe – wichtiger als die Baumlänge.
Baum und Ausführung
- Baumlänge nach lichter Durchfahrtsbreite plus Zuschlag. Über etwa 6 m sind Stützen oder Pendelstützen nötig.
- Knickbaum, wenn über der Durchfahrt begrenzte Höhe herrscht, etwa in einer Tordurchfahrt.
- Reflexstreifen rot-weiß sind Pflicht für die Erkennbarkeit.
- Behang oder Gitter unter dem Baum, wenn verhindert werden soll, dass Personen darunter durchgehen.
- Federausgleich im Gehäuse nimmt das Baumgewicht auf; bei Baumwechsel muss die Feder angepasst werden.
Sicherheitstechnik
Eine Schranke ist eine kraftbetätigte Anlage. Notwendig sind:
- Induktionsschleifen oder Radarsensoren, die verhindern, dass der Baum auf ein Fahrzeug fällt – die Sicherungsschleife ist die wichtigste Komponente
- Lichtschranke im Durchfahrtsbereich
- Quetschschutz im Bereich des Gehäuses und der Baumaufnahme
- Notentriegelung, um den Baum bei Stromausfall von Hand zu öffnen
- Warnleuchte, bei Bedarf akustische Vorwarnung
Für gewerblich genutzte Anlagen sind Inbetriebnahmeprüfung, Dokumentation und wiederkehrende Prüfung vorgesehen.
Steuerung und Zufahrtsberechtigung
Übliche Auslöser: Funkhandsender, Transponder, Fernbedienung über Mobilfunk, Codetaster, Kennzeichenerkennung, Schleifendetektor für die Ausfahrt. Bei Parkanlagen kommen Ticketsysteme hinzu.
Praktischer Hinweis: Leerrohre von der Schranke zum Gebäude und zu den Schleifen vor dem Asphaltieren legen. Nachträgliche Kabelverlegung bedeutet Aufbruch der Fahrbahn.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: sehr schnell, geringer Platzbedarf, wirtschaftlich, gut kombinierbar mit Zutrittssystemen, hohe Zyklenzahlen möglich.
Dagegen spricht: hält nur Fahrzeuge, kein Sichtschutz, keine Einbruchhemmung, Verschleißteile im Antrieb, anfällig gegen Anfahrschäden.
Passt dazu
Zutrittskontrolle
Wer darf wann durch welches Tor – technisch geregelt statt über Schlüssel, die niemand zurückgibt.
Drehkreuz
Personenschleuse mit rotierenden Armen – lässt genau eine Person passieren und niemanden zurück.
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Lichtschranke
Unsichtbarer Lichtstrahl quer durch die Durchfahrt – erkennt, dass jemand im Weg steht, ohne ihn zu berühren.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Schranke bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.