Strebe

Die schräge Stütze an Eck- und Endpfosten. Ohne sie zieht ein gespannter Zaun den Pfosten schief – zuverlässig.

Wozu sie da ist

Bei jedem Zaun, dessen Füllung gespannt wird – Maschendraht, Knotengeflecht, Litzenzaun –, endet die Zugkraft aller Drähte an den Eck- und Endpfosten. Diese Kraft wirkt waagerecht und zieht den Pfosten in Richtung des Zaunverlaufs.

Ein Fundament nimmt vertikale Last gut auf, horizontalen Dauerzug schlecht. Die Strebe leitet die Zugkraft um: Sie stützt den Pfosten schräg gegen den Boden und verwandelt den Zug in eine Druckkraft, die das Fundament tragen kann.

Ohne Strebe neigt sich der Pfosten – nicht sofort, aber über Monate, und dann irreversibel. Das ist der häufigste Ausführungsfehler bei Maschendrahtzäunen.

Anordnung

Pfostenart Streben
Eckpfosten zwei, jeweils entgegen der Zugrichtung beider Zaunschenkel
Endpfosten eine, entgegen der Zugrichtung
Torpfosten bei gespanntem Zaun eine, zusätzlich zum größeren Fundament
Zwischenpfosten keine – sie tragen nur, sie spannen nicht

Bei langen geraden Strecken setzen manche Ausführungen alle 30 bis 50 m einen Spannpfosten mit Strebe, damit die Spannung abschnittsweise gehalten wird.

Ausführung

  • Winkel etwa 45 Grad zum Pfosten; flacher wirkt besser, braucht aber mehr Platz
  • Angriffspunkt am Pfosten im oberen Drittel, nicht mittig – dort wirkt der Zug
  • Fußpunkt im Fundament, nicht nur im Erdreich. Ein Strebenfuß, der sich in weichem Boden eindrückt, wirkt nicht.
  • Bei Metallpfosten wird die Strebe angeschraubt oder in eine Aufnahme gesteckt; bei Holzpfosten eingelassen oder mit Winkel befestigt
  • Strebe in derselben Ausführung wie der Pfosten – verzinkt und beschichtet, sonst ist sie die erste Roststelle

Typische Fehler

  • Strebe weggelassen, weil sie in den Garten ragt. Die Alternative ist ein deutlich größeres Fundament, nicht der Verzicht.
  • Strebe auf der falschen Seite: Sie muss gegen die Zugrichtung stützen, nicht mit ihr.
  • Nur eine Strebe am Eckpfosten: Dann wandert der Pfosten in die andere Richtung.
  • Fußpunkt ohne Fundament
  • Zu weit unten angesetzt, dadurch geringe Hebelwirkung

Wenn keine Strebe möglich ist

In beengten Lagen – direkt an einer Mauer, an der Grundstücksgrenze – lässt sich die Strebe nicht setzen. Dann gibt es Alternativen:

  • Deutlich größeres Fundament mit ausreichender Masse
  • Abspannung nach unten in einen Bodenanker
  • Wechsel auf eine Bauart ohne Spannung: Doppelstabmatte statt Maschendraht

Was nicht funktioniert, ist Spannen ohne Abstützung.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Strebe bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

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Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.