Funkhandsender
Der Knopf fürs Auto. Technisch simpel, aber Frequenz, Verschlüsselung und Reichweite entscheiden über Alltagstauglichkeit.
Frequenzen
In Europa arbeiten Torantriebe überwiegend auf zwei Frequenzbändern:
| Band | Eigenschaften |
|---|---|
| 433 MHz | weit verbreitet, viele Geräte, dadurch stärker belegt und störanfälliger |
| 868 MHz | weniger belegt, stabilere Verbindung, moderne Systeme |
Beide sind lizenzfrei nutzbar. Bei Störungen – Tor reagiert unregelmäßig, Reichweite schwankt – ist ein überfülltes 433-MHz-Band eine der häufigsten Ursachen, etwa durch Wetterstationen, Funksteckdosen und Garagentorantriebe der Nachbarschaft.
Fixcode oder Rolling Code
Das sicherheitsrelevante Unterscheidungsmerkmal:
- Fixcode: Der Sender schickt immer denselben Code. Er lässt sich mit einfachen Mitteln aufzeichnen und wiedergeben. In Neuanlagen nicht mehr vertretbar.
- Rolling Code (Wechselcode): Bei jedem Drücken wird ein neuer Code aus einem Algorithmus erzeugt. Ein aufgezeichnetes Signal ist danach wertlos.
Für jede Anlage, die eine Zufahrt sichert, ist Rolling Code der Mindeststandard. Bei Bestandsanlagen mit Fixcode lohnt der Austausch des Funkempfängers – das ist deutlich günstiger als ein neuer Antrieb.
Reichweite
Herstellerangaben von 50 bis 100 m gelten für freies Feld. In der Praxis reduzieren:
- Metallzäune, Betonmauern und Stahlbeton in der Sichtlinie
- die Fahrzeugkarosserie selbst – aus dem Auto heraus ist die Reichweite kleiner
- Wärmeschutzverglasung mit Metallbedampfung
- schwache Batterie – der häufigste Grund für „das Tor geht nicht mehr”
Verbessern lässt sich das durch eine Außenantenne am Empfänger, richtig platziert und nicht im Metallgehäuse.
Verwalten
- Sender werden am Empfänger eingelernt, meist per Taster oder über die Steuerung
- Bei Verlust eines Senders: alle Sender löschen und die verbleibenden neu einlernen. Ein einzelner Sender lässt sich bei vielen Systemen nicht gezielt sperren – das ist der Nachteil gegenüber einer Zutrittskontrolle mit Transpondern.
- Die Anzahl der Speicherplätze ist begrenzt; bei Mehrparteienhäusern vorher prüfen
- Codes und Seriennummern dokumentieren, aber nicht am Tor aufbewahren
Alternativen
- Codetaster – kein Gerät nötig, aber der Code wird weitergegeben
- Transponder – gezielt sperrbar, Standard bei Betrieben
- App über Mobilfunk – Berechtigung aus der Ferne erteilbar, abhängig von Netz und Cloud-Dienst
- Kennzeichenerkennung – höchster Komfort, höchster Preis
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: günstig, sofort einsatzbereit, kein Aussteigen, robust, weit verbreitet.
Dagegen spricht: einzelner Sender kaum sperrbar, Batterie als Schwachstelle, Reichweite standortabhängig, Fixcode-Systeme unsicher.
Passt dazu
Torantrieb
Motor, Steuerung und Sicherheitstechnik als System – die Automatisierung ist mehr als der Antrieb allein.
Zutrittskontrolle
Wer darf wann durch welches Tor – technisch geregelt statt über Schlüssel, die niemand zurückgibt.
Schranke
Sperrt die Durchfahrt, nicht das Gelände – schnell, platzsparend und die wirtschaftlichste Zufahrtskontrolle.
Motorschloss
Elektrisch ver- und entriegelndes Schloss für Gartentür und Tor – der Weg vom Klingelknopf zur geöffneten Tür.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Funkhandsender bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.