Streckmetall und Lochblech
Flächige Metallfüllungen mit Durchblick: halbtransparent, windstabiler als eine geschlossene Wand und gestalterisch stark.
Zwei verschiedene Werkstoffe
Streckmetall entsteht, indem ein Blech geschlitzt und dann quer gezogen wird. Dabei öffnen sich rautenförmige Maschen, ohne dass Material verloren geht – die Stege stehen leicht schräg zur Blechebene. Genau daraus ergibt sich der charakteristische Effekt: Von vorn sieht man hindurch, von schräg wirkt die Fläche dicht.
Lochblech wird gestanzt: Runde, quadratische oder frei geformte Löcher in einem Raster. Die Fläche bleibt eben, die Transparenz ist von allen Seiten gleich.
Der Transparenzgrad steuert die Wirkung
Beide Werkstoffe werden über den freien Querschnitt beschrieben – den prozentualen Anteil der Öffnungen:
| Freier Querschnitt | Wirkung |
|---|---|
| über 50 % | luftig, klare Durchsicht |
| 30–50 % | halbtransparent, Blicke gebrochen |
| 15–30 % | überwiegend blickdicht, noch Licht |
| unter 15 % | nahezu geschlossene Fläche |
Für Sichtschutz mit Lichtdurchlass liegt der brauchbare Bereich bei 20 bis 35 Prozent. Bei Streckmetall kommt hinzu, dass die Wirkung blickwinkelabhängig ist: Frontal transparent, seitlich dicht – ideal für Zäune entlang eines Gehwegs, wo Passanten schräg schauen und man selbst geradeaus hinaussieht.
Windlast: der praktische Vorteil
Gegenüber einer geschlossenen Lamellenwand lassen beide Werkstoffe Luft durch. Damit sinkt die Windlast erheblich – Fundamente und Pfostenabstände können näher an den Werten für offene Zäune bleiben. An exponierten Lagen ist das ein handfester Vorteil.
Rahmen und Befestigung
Dünne Bleche sind in der Fläche nicht steif. Sie brauchen einen umlaufenden Rahmen, meist aus Aluminium- oder Stahlprofil, in dem das Blech eingespannt oder eingeklebt wird. Zu beachten:
- Wärmedehnung des Blechs im Rahmen berücksichtigen, sonst wölbt es sich
- Bei großen Feldern eine Mittelstrebe einplanen
- Schnittkanten an Streckmetall sind scharf – Rahmen oder Bördelung vorsehen, wo Menschen anfassen können
- Entwässerung im unteren Rahmenprofil, damit kein Wasser stehen bleibt
Korrosionsschutz
Beide Werkstoffe haben viele Kanten und Schnittflächen – genau die Stellen, an denen Rost beginnt. Deshalb gilt:
- Bei Stahl: fertig gefertigt feuerverzinken, dann pulverbeschichten (Duplex)
- Bei Aluminium: pulverbeschichten oder eloxieren
- Cortenstahl ist beliebt für Designelemente, färbt aber in der Anlaufphase ab
- Nicht nachträglich schneiden oder bohren, ohne die Kanten zu schützen
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: halbtransparenter Sichtschutz, geringe Windlast, moderne Optik, sehr langlebig, mit Motiven und Perforationsmustern gestaltbar.
Dagegen spricht: hoher Preis, Rahmenkonstruktion nötig, scharfe Kanten bei Streckmetall, Wirkung stark blickwinkelabhängig, nicht nachträglich anpassbar.
Passt dazu
Aluminium
Leicht, korrosionsbeständig durch die eigene Oxidschicht und im Strangpressverfahren zu fast jedem Profil formbar.
Cortenstahl
Wetterfester Baustahl, der eine dichte Rostschicht bildet und dann von selbst stehen bleibt – warm in der Optik, aber mit Abfärbung.
Sichtschutzzaun
Kein Material, sondern eine Anforderung: blickdicht abschirmen. Welche Bauart passt, hängt von Wind, Höhe und Nachbarrecht ab.
Pulverbeschichtung
Elektrostatisch aufgetragenes Farbpulver, im Ofen zu einer geschlossenen Schicht verschmolzen – der Standard für farbige Zäune.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Streckmetall und Lochblech bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.