Aluminium
Leicht, korrosionsbeständig durch die eigene Oxidschicht und im Strangpressverfahren zu fast jedem Profil formbar.
Die Oxidschicht
Aluminium ist chemisch unedel und reagiert an Luft sofort – aber die entstehende Aluminiumoxidschicht ist dicht, festhaftend und nur wenige Nanometer dünn. Sie verschließt die Oberfläche und verhindert weiteren Angriff. Wird sie verletzt, bildet sie sich in Sekunden neu.
Das ist der grundlegende Unterschied zu Stahl: Rost ist porös und blättert, Aluminiumoxid ist eine Sperrschicht. Aluminium braucht deshalb keinen aufgebrachten Korrosionsschutz, um dauerhaft zu bestehen.
Legierungen im Zaunbau
Verwendet werden fast ausschließlich Legierungen der 6000er-Reihe (AlMgSi), meist EN AW-6060 oder 6063. Sie sind gut strangpressbar, ausreichend fest, korrosionsbeständig und eloxierfähig – die Kombination, die Profile mit Nuten, Kammern und Hinterschnitten erst möglich macht.
Für stärker belastete Teile wie Torrahmen kommen festere Legierungen zum Einsatz.
Strangpressen: der eigentliche Vorteil
Im Strangpressverfahren wird erwärmtes Aluminium durch eine Matrize gedrückt. Dabei entstehen Profile, die bei Stahl nur mit erheblichem Aufwand herstellbar wären:
- Nuten zum Einschieben von Lamellen, ohne eine einzige Schraube
- integrierte Kabelkanäle für Beleuchtung und Antriebe
- Klick- und Rastverbindungen
- Hohlkammern, die Steifigkeit bei geringem Gewicht bringen
Deshalb sind hochwertige Sichtschutz- und Torsysteme fast durchgängig Aluminium: Nicht wegen des Materials allein, sondern wegen der Konstruktionsfreiheit.
Kontaktkorrosion beachten
In Verbindung mit Feuchtigkeit bildet Aluminium mit edleren Metallen ein galvanisches Paar – Aluminium wird dabei abgebaut. Kritisch sind:
- Kupfer und Messing in direktem Kontakt: unbedingt vermeiden
- unverzinkter Stahl an der Verbindungsstelle
- ablaufendes Wasser von Kupferblechen auf Aluminiumbauteile
Lösung: Edelstahlverbinder verwenden, trennende Kunststoffscheiben einsetzen, Ablaufwege prüfen. Edelstahl an Aluminium ist bei kleiner Kontaktfläche unkritisch, umgekehrt nicht.
Grenzen
Aluminium ist weicher und weniger fest als Stahl. Bei gleicher Belastung braucht es dickere Wandungen oder größere Querschnitte. Für Sicherheitszäune, Anlagen mit Anfahrschutz und dort, wo mechanische Gewalt zu erwarten ist, bleibt Stahl die richtige Wahl.
Schweißen vor Ort ist praktisch nicht möglich – Änderungen müssen mechanisch gelöst werden.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: rostet nicht, leicht, formbar zu komplexen Profilen, wartungsfrei, sehr gut recycelbar.
Dagegen spricht: höherer Preis, geringere Festigkeit, Kontaktkorrosion mit Buntmetallen, vor Ort kaum änderbar, energieintensive Primärherstellung.
Passt dazu
Aluminiumzaun
Leicht, korrosionsfrei und formstabil – der wartungsärmste Zaun, wenn das Budget stimmt.
Pulverbeschichtung
Elektrostatisch aufgetragenes Farbpulver, im Ofen zu einer geschlossenen Schicht verschmolzen – der Standard für farbige Zäune.
Edelstahl
Rostfreier Stahl durch Chromgehalt – im Zaunbau vor allem für Beschläge, Schrauben und Designelemente.
Lamellenzaun
Waagerechte Profile dicht an dicht – die heute gängigste Lösung, wenn es wirklich blickdicht sein soll.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Aluminium bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.