Lamellenzaun
Waagerechte Profile dicht an dicht – die heute gängigste Lösung, wenn es wirklich blickdicht sein soll.
Aufbau und Varianten
Beim Lamellenzaun werden Profile in Nuten zwischen zwei Pfosten eingeschoben oder in einen Rahmen eingelegt. Weil die Lamellen nicht verschraubt, sondern geführt sind, können sie arbeiten – bei Holz und WPC eine Notwendigkeit, weil sich das Material mit Temperatur und Feuchte längt.
Drei Ausführungen sind verbreitet:
- Waagerecht dicht gestapelt: vollflächig blickdicht, ruhige moderne Optik. Die verbreitetste Variante.
- Rhombus: Profile mit schräg angeschnittener Kante, leicht überlappend montiert. Von vorn dicht, von schräg gesehen luftig – lässt Wind durch und wirkt leichter.
- Senkrecht: streckt optisch, unauffällig bei Höhenversatz im Gelände, weil jedes Profil einzeln endet.
Materialwahl
| Material | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Aluminium, pulverbeschichtet | wartungsfrei, formstabil, dünnwandig | höchster Preis |
| WPC | holzähnliche Optik, kein Anstrich | dehnt sich stark, kann verblassen |
| Holz (Lärche, Douglasie) | natürliche Wirkung, reparabel | vergraut, arbeitet, Pflegebedarf |
Aluminium hat sich im gehobenen Bereich durchgesetzt, weil es die einzige Variante ist, die über zwei Jahrzehnte optisch stabil bleibt und dabei schmale Profile erlaubt.
Windlast ist das eigentliche Thema
Ein blickdichter Zaun ist eine Wand. Was beim Doppelstabmattenzaun durchpfeift, drückt hier vollflächig auf die Konstruktion. Bei 2 m Höhe und 2 m Feldbreite entsteht eine Fläche von 4 m² – und damit Kräfte, die kein Einschlagpfosten trägt.
Konsequenzen für die Planung:
- Betonfundamente sind Pflicht, keine Bodenhülsen. Faustregel für die Tiefe: frostfrei, also mindestens 80 cm.
- Pfostenabstand einhalten, den der Hersteller für die gewählte Höhe angibt – nicht für die niedrigste Variante.
- Rhombus statt dicht an exponierten Lagen: Der Zaun wird luftdurchlässig, die Kräfte sinken deutlich.
- Bei Höhen über 2 m und in windexponierter Lage die Konstruktion statisch prüfen lassen.
Die meisten Schäden an Lamellenzäunen sind keine Materialfehler, sondern zu schwache Fundamente.
Praxishinweise
- Höhenversatz am Hang lässt sich mit waagerechten Lamellen nur abtreppen. Wer einen gleichmäßigen Verlauf will, wählt senkrechte Lamellen oder arbeitet mit einem Betonsockel.
- Wärmeausdehnung bei WPC: dunkle Profile werden im Sommer heiß und längen sich merklich. Dehnungsspiel in der Nut einhalten, sonst wölben sie sich.
- Reinigung mit Wasser und weicher Bürste. Hochdruckreiniger beschädigt WPC- Oberflächen und kann Pulverbeschichtung aufreißen.
- Beleuchtung lässt sich bei Aluminiumsystemen oft in den Pfosten integrieren – bei der Planung mitdenken, Nachrüsten bedeutet Leitungen im Fundament.
Vorteile und Grenzen
Dafür spricht: vollständiger Sichtschutz, moderne Optik, bei Aluminium praktisch wartungsfrei, gute Schalldämpfung gegenüber offenen Zäunen.
Dagegen spricht: hoher Preis, aufwendige Fundamente, am Hang nur mit Abtreppung, wirkt bei großen Längen massiv.
Passt dazu
WPC-Zaun
Holz-Kunststoff-Verbund: sieht aus wie Holz, muss nicht gestrichen werden – dehnt sich dafür deutlich mehr.
Aluminiumzaun
Leicht, korrosionsfrei und formstabil – der wartungsärmste Zaun, wenn das Budget stimmt.
Windlast
Die Kraft, an der die meisten Zäune scheitern – und die erst dann relevant wird, wenn der Zaun blickdicht ist.
Sichtschutzzaun
Kein Material, sondern eine Anforderung: blickdicht abschirmen. Welche Bauart passt, hängt von Wind, Höhe und Nachbarrecht ab.
Passt das zu Ihrem Grundstück?
Ob Lamellenzaun bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.
Beratung anfragenAllgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.