Gartentür

Die Gehtür im Zaun – klein, aber das Bauteil, das am häufigsten benutzt und am häufigsten falsch geplant wird.

Breite: großzügiger planen als gedacht

Die häufigste Nachbesserung im Zaunbau betrifft zu schmale Gartentüren. Als Orientierung:

Nutzung Durchgangsbreite
Reiner Fußweg ab 1,00 m
Mit Fahrrad, Kinderwagen 1,10–1,25 m
Mit Schubkarre, Gartengerät ab 1,20 m
Rollstuhl, Rollator 1,00 m lichte Durchgangsbreite, besser mehr
Mülltonnen Tonnenbreite plus 20 cm

Zu beachten: Die Durchfahrtsbreite ist das lichte Maß zwischen den Pfosten, nicht das Außenmaß des Tors. Bei Angeboten lohnt die Rückfrage, welches Maß gemeint ist.

Öffnungsrichtung

Standard ist nach innen. Gründe, davon abzuweichen, gibt es – aber jeder braucht eine Prüfung:

  • Bei ansteigendem Gelände schleift ein nach innen öffnender Flügel.
  • Tore, die auf einen öffentlichen Gehweg aufschlagen, sind ein Verkehrshindernis und in vielen Kommunen nicht zulässig.
  • Bei Fluchtwegen aus Betriebsgeländen ist die Öffnungsrichtung vorgeschrieben.

Beschläge

  • Torbänder in Edelstahl oder verzinktem Stahl, höhenverstellbar. Verstellbarkeit ist kein Luxus: Nach dem ersten Winter muss meist nachjustiert werden.
  • Selbstschließendes Band mit Feder – sinnvoll bei Kindern, Hunden und Betriebsgeländen. Ohne Selbstschließer bleibt jedes Tor irgendwann offen.
  • Anschlag im Rahmen, damit der Flügel nicht durchschlägt.
  • Bodenfreiheit 5 bis 8 cm; bei Hundehaltung stattdessen ein niedriger Anschlag, damit kein Spalt bleibt.

Schließen und Öffnen

  • Einfacher Riegel oder Drückergarnitur für den Hausgarten
  • Profilzylinder mit derselben Schließung wie die Haustür – praktisch, aber ein Sicherheitsrisiko, wenn der Schlüssel verloren geht
  • Motorschloss oder E-Öffner mit Klingeltaster und Gegensprechanlage; die Türöffnung per Summer setzt eine Stromleitung voraus, die vor dem Pflastern gelegt werden muss
  • Zahlencode oder Transponder bei Mehrparteienhäusern und Betrieben

Barrierefreiheit

Wer eine Tür barrierefrei nutzbar machen will, achtet auf: ausreichende lichte Breite, keine Schwelle in der Durchgangsebene, eine ebene Bewegungsfläche vor und hinter der Tür, gut greifbare Griffe in etwa 85 cm Höhe und einen Drücker statt eines Knaufs.

Vorteile und Grenzen

Dafür spricht: günstiges Bauteil mit großer Wirkung auf den Alltagskomfort, einfach nachrüstbar, viele Ausführungen.

Dagegen spricht: wird oft zu schmal gewählt, häufigste Verschleißstelle der Anlage, Elektrifizierung nachträglich aufwendig.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Gartentür bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

Beratung anfragen

Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.