Duplex-System

Feuerverzinkung plus Pulverbeschichtung. Beide Schichten schützen sich gegenseitig – die Standzeit ist größer als die Summe der Einzelteile.

Der Synergieeffekt

Ein Duplex-System ist nicht einfach „zwei Schichten”. Die Kombination wirkt überproportional, und der Grund ist einfach:

  • Die Pulverbeschichtung schirmt das Zink von Feuchtigkeit, Sauerstoff und Schadstoffen ab. Damit sinkt die Abzehrrate des Zinks stark – das Zink hält länger.
  • Das Zink verhindert, dass sich unter einer verletzten Beschichtung Rost ausbreitet. Ohne Zink läuft Unterrostung von jedem Kratzer aus flächig weiter.

In der Fachliteratur wird die Schutzdauer eines Duplex-Systems mit einem Faktor von etwa 1,5 bis 2,5 gegenüber der Summe der Einzelsysteme angegeben, abhängig von der Umgebungsbelastung. Praktisch heißt das: Ein duplexbeschichteter Zaun erreicht Standzeiten, für die ein einzelnes System nicht ausreicht.

Der kritische Schritt

Zwischen Verzinken und Beschichten liegt die Vorbehandlung der Zinkoberfläche. Frisch verzinktes Zink ist glatt, teils mit Weißrost oder Zinkasche belegt. Pulver haftet darauf nicht dauerhaft.

Übliche Verfahren:

  • Sweepen: sehr leichtes Strahlen mit feinem, nicht metallischem Strahlmittel. Raut die Oberfläche an, ohne die Zinkschicht wesentlich zu reduzieren.
  • Chemische Vorbehandlung: Beizen und Aufbringen eines Haftgrunds.
  • Bei bereits bewitterten Bauteilen: Reinigen und Entfernen von Weißrost.

Wer eine Duplexausführung bestellt, sollte sich bestätigen lassen, dass diese Vorbehandlung Teil des Angebots ist. Sie ist der teuerste und der wichtigste Schritt.

Woran man gute Ausführung erkennt

  • Gleichmäßige Schichtdicke, keine Läufer und keine Nasenbildung an Kanten
  • Bohrungen und Ausschnitte sind vor dem Verzinken eingebracht, nicht danach
  • Hohlprofile haben Zu- und Ablauföffnungen für das Zinkbad
  • Schnittkanten sind mit Zink überdeckt, nicht blank
  • An verdeckten Stellen ist die silbergraue Zinkschicht sichtbar – ein nur beschichtetes Bauteil ist dort blank oder grundiert

Wann es sich lohnt

Immer bei Bauteilen, die dauerhaft im Freien stehen und farbig sein sollen: Zaunpfosten, Toranlagen, Ziergitter, Geländer. Bei Anlagen an Straßen mit Streusalz und in Küstenlage ist es keine Option, sondern Voraussetzung.

Verzichtbar ist es nur, wo Optik keine Rolle spielt – dort genügt reine Feuerverzinkung.

Vorteile und Grenzen

Dafür spricht: längste erreichbare Standzeit bei farbigen Stahlbauteilen, Schutz auch an verletzten Stellen, geringer Unterhalt, freie Farbwahl.

Dagegen spricht: teurer als Einzelsysteme, zwei Fertigungsschritte mit Transport, nachträgliche Bearbeitung verletzt beide Schichten.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Duplex-System bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

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Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.