Thermoholz

Holz, das durch Hitze allein dauerhaft wird – ohne Chemie, dafür dunkler und spröder.

Das Verfahren

Thermoholz entsteht durch Erhitzen unter Sauerstoffausschluss auf 180 bis 230 °C, in der Regel unter Wasserdampf. Dabei verändert sich die Zellstruktur chemisch: Die Hemicellulosen – der Teil des Holzes, von dem Pilze am besten leben – werden abgebaut. Zusätzlich sinkt die Fähigkeit des Holzes, Wasser aufzunehmen.

Das Ergebnis ist Holz, dem die Grundlage für Pilzbefall fehlt. Erreicht wird das ohne jedes Schutzmittel – Thermoholz ist unbehandeltes Holz, nur anders gebrannt.

Was man gewinnt

  • Dauerhaftigkeit: je nach Verfahren und Ausgangsholz eine Einordnung in Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2 – vergleichbar mit tropischen Hölzern.
  • Formstabilität: Das Quell- und Schwindmaß sinkt deutlich, oft um die Hälfte. Bretter arbeiten weniger, Fugen bleiben gleichmäßiger.
  • Farbe: durchgehend nussbraun bis dunkelbraun, nicht nur oberflächlich. Unter UV vergraut auch Thermoholz, aber die Farbe bleibt in der Tiefe.

Was man verliert

Der ehrliche Teil: Die Behandlung kostet Festigkeit.

  • Sprödigkeit. Die Biegefestigkeit sinkt merklich, das Holz bricht eher als es sich verformt. Für tragende Bauteile ist es deshalb nur mit Bemessung geeignet.
  • Splitterneigung an Kanten, besonders beim Verschrauben ohne Vorbohren.
  • Geringere Härte an der Oberfläche als das Ausgangsholz.
  • Kein Erdkontakt. Auch Thermoholz ist im Boden nicht dauerhaft.

Für Zaunlamellen, Bohlen und Sichtschutzelemente ist das unproblematisch. Für Pfosten und Riegel, die Kräfte aufnehmen, ist es die falsche Wahl.

Verarbeitung

  • Immer vorbohren, auch bei Schrauben mit Bohrspitze
  • Schrauben nicht am Bauteilrand ansetzen, Mindestabstände einhalten
  • Edelstahlschrauben verwenden
  • Sägeblätter mit feiner Zahnung, damit die Kanten nicht ausbrechen
  • Staubschutz bei der Bearbeitung – der Staub ist feiner als bei unbehandeltem Holz

Einordnung

Thermoholz ist die Wahl für Bauherren, die eine dunkle Holzoptik ohne Chemie und ohne Tropenholz wollen und bereit sind, dafür mehr zu zahlen als für Lärche. Es steht preislich zwischen Lärche und WPC und liefert von allen Holzvarianten die höchste Formstabilität.

Vorteile und Grenzen

Dafür spricht: dauerhaft ohne Schutzmittel, sehr formstabil, durchgefärbt, gute Alternative zu Tropenholz, unbedenklich in der Entsorgung.

Dagegen spricht: spröder und weniger tragfähig, splittert leicht, höherer Preis, kein Erdkontakt, vergraut ebenfalls.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Thermoholz bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

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Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.