Kesseldruckimprägnierung

Salzlösung wird unter Druck ins Holz gepresst – macht Kiefer außentauglich, aber nur solange die Schicht unverletzt ist.

Das Verfahren

Getrocknetes Holz wird in einen Druckkessel gefahren. Nach dem Absaugen der Luft läuft eine wässrige Schutzsalzlösung ein und wird unter Druck von mehreren bar in das Holz gepresst. Anschließend wird das überschüssige Mittel abgesaugt und das Holz fixiert.

Entscheidend: Das Mittel dringt vor allem in das Splintholz ein, das aufnahmefähig ist. Das Kernholz bleibt weitgehend unbehandelt. Die Schutzwirkung ist also eine Mantelwirkung, kein durchgehender Schutz.

Gebrauchsklassen

Die Eindringtiefe und Menge richten sich nach dem geplanten Einsatz. Vereinfacht:

Gebrauchsklasse Situation Beispiel im Zaunbau
GK 2 überdacht, nicht bewittert Innenbereich, Unterkonstruktion unter Dach
GK 3 bewittert, kein Erdkontakt Zaunlatten, Riegel, Lamellen
GK 4 Erd- oder Dauerfeuchtekontakt Pfosten im Boden, Palisaden

Für Zaunpfosten, die in den Boden sollen, ist GK 4 erforderlich. Wer GK-3-Ware eingräbt, hat nach wenigen Jahren morsche Fußpunkte. Beim Einkauf ist das ein Nachfragepunkt, weil Baumarktware häufig GK 3 ist.

Grün oder braun

Die klassische Ausführung ist grünlich durch die Kupfersalze im Mittel. Braune Ware enthält zusätzlich ein Pigment – die Schutzwirkung ist dieselbe, die Optik gefälliger. Beide Varianten hellen unter UV-Einstrahlung aus und vergrauen langfristig.

Streichen ist möglich, aber erst nach vollständiger Trocknung. Frisch imprägniertes Holz ist feucht; eine Lasur darauf blättert.

Der kritische Punkt: Schnittflächen

Jeder Schnitt durchtrennt die imprägnierte Zone und legt unbehandeltes Holz frei. Genau dort beginnt der Abbau. Deshalb:

  • Ablängen möglichst vor der Imprägnierung planen, also passende Längen bestellen
  • unvermeidbare Schnittflächen mit einem geeigneten Schnittflächenschutz nachbehandeln, satt und mehrfach
  • Bohrungen ebenfalls behandeln
  • Pfosten mit dem unbehandelten Schnitt nach oben einbauen, geschützt durch eine Kappe – nie nach unten in die Erde

Umgang und Entsorgung

Imprägniertes Holz ist Sondermaterial: Es gehört nicht in den Kamin und nicht auf den Kompost. Reste und Rückbau über die kommunale Sammelstelle für behandeltes Holz. Bei der Bearbeitung Staubschutz tragen.

Vorteile und Grenzen

Dafür spricht: macht günstiges Nadelholz außentauglich, gut verfügbar, preiswerteste Lösung für Holzzäune, in GK 4 auch für Erdkontakt.

Dagegen spricht: Schutz nur im Mantel, Schnittflächen sind Schwachstellen, grünlicher Farbton, Entsorgung als behandeltes Holz, Optik hellt ungleichmäßig aus.

Passt das zu Ihrem Grundstück?

Ob Kesseldruckimprägnierung bei Ihnen die richtige Wahl ist, hängt von Gelände, Untergrund und Nutzung ab. Wir schauen uns das vor Ort an.

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Allgemeine Orientierungswerte für den deutschen Markt. Maße, Kennwerte und rechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Hersteller, Bundesland und Bebauungsplan.